WIL

Parkplatz sorgt für rote Köpfe

Im Bergholz muss der Parkplatz bereits im Voraus bezahlt werden. Dies verärgert insbesondere Badbesucher. Die Wiler Sportanlagen haben reagiert und bei der Stadt ein Gesuch für eine Barriere eingereicht.
11.01.2018 | 05:20
Tim Frei

Tim Frei

tim.frei@wilerzeitung.ch

Wer kennt dieses Gefühl nicht? Die Zeit im Hallenbad geht schnell vorbei – meist zu schnell. Oft entscheidet man sich spontan, noch länger zu bleiben, um ein paar Längen mehr zu schwimmen, vom Turm zu springen oder das Sprudelbad zu geniessen. Für Besucher im Hallenbad Bergholz in Wil ist dies allerdings nicht ganz so einfach – zumindest für jene, die mit dem Auto anreisen. Das liegt an der Art und Weise, wie die Stadtverwaltung Wil die Parkanlage des Sportparks Bergholz bewirtschaftet.

Besucher müssen den Parkplatz bereits im Voraus am Ticketautomaten bezahlen. «Sie müssen so bereits vor dem Aufenthalt in unserer Anlage entscheiden, wie lange sie bleiben wollen beziehungsweise bis um welche Zeit das Ticket gültig sein muss», sagt Marcel Schneller, Geschäftsführer der Wiler Sportanlagen AG (Wispag), die im Auftrag der Stadt den IGP Sportpark Bergholz betreibt. Dies verärgere viele Kunden, wie Rückmeldungen zeigten.

«Umständlich und nicht kundenfreundlich»

Wenn wie im eingangs erwähnten Beispiel die Parkzeit abgelaufen ist, gibt es für die Besucher zwei Möglichkeiten. «Einerseits kann man das Risiko einer Busse eingehen, das allerdings hoch ist. Denn die von der Stadt beauftragten Organe kontrollieren die Parkanlage regelmässig und genau.» Anderseits könnten die Gäste die Anlage verlassen, um zum Parkplatz zurückzukehren und nachzuzahlen. «Mittels einer Eintrittskarte könnten sie dann zwar gratis ins Hallen- oder Freibad zurückkehren», sagt Schneller. «Aber das ist äusserst umständlich und nicht kundenfreundlich.»

Die Wispag hat sich aufgemacht, dieses Problem zu beheben: Anfang Dezember reichte sie bei der Stadtverwaltung ein Gesuch nach einer Barriere auf dem Parkplatz ein. «Bisher haben wir noch keine Antwort erhalten.» Im Sommer 2017 hatte die Wispag bereits mündlich den Bau einer Schranke gefordert. «Das Departement für Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) der Stadt Wil hat dies damals abgelehnt», sagt Schneller.

Er ist überzeugt, dass eine Barriere die Probleme lösen würde. «Bei der Ankunft könnte man das Ticket lösen und es beim Verlassen bezahlen. So bräuchte es auch keine Kontrolle mehr.»

Mit App Parkzeit verlängern?

Weiter würde das Schwarzparkieren verhindert, das wie auf anderen Parkanlagen auch auf der Sportanlage Bergholz festgestellt werde. Zudem würde der Suchverkehr nach einem freien Parkfeld auf dem Parkareal damit ausgemerzt. Schneller würde auch sonst nicht aufgeben und hat bereits eine weitere Lösung in Sicht: «Die Digitalisierung bietet Möglichkeiten, Parkplätze via App zu bezahlen. Mit dieser könnte man dann vom Hallenbad oder von der Liegewiese im Freibad aus die Parkzeit auf dem Ticket verlängern.» Es gebe bereits mehrere Anbieter solcher Lösungen.

Weitere Artikel