WILDHAUS-ALT ST.JOHANN

«Nach diesem Jahr bin ich voll drin»

Die Abstimmung über den Baukredit für das neue Schulhaus in Wildhaus war der Meilenstein im ersten Amtsjahr von Schulratspräsidentin Rita Elmer. Im laufenden Jahr beginnen die Bauarbeiten.
11.01.2018 | 05:20
Sabine Schmid
Am 1. Januar 2017 übernahm Rita Elmer das Amt der Schulratspräsidentin in Wildhaus-Alt St.Johann und kam somit in den Gemeinderat. Sie, die zuvor noch nie ein politisches Amt inne hatte, blickt auf ein intensives und lehrreiches Jahr zurück.

Rita Elmer, Sie sind seit einem Jahr Schulratspräsidentin und Gemeinderätin in Wildhaus-Alt St.Johann. Wie haben Sie sich in diesen Ämtern eingelebt?
Ich fühle mich viel wohler als vor einem Jahr, als noch alles neu war und ich noch nicht wusste, wie, was funktioniert. Nun kenne ich meine Aufgaben und weiss, welche Themen behandelt werden.

Wie konnten Sie sich vor der Wahl respektive zwischen Wahl und Amtsantritt darauf vorbereiten?
Ich habe mein Wissen über die politischen Prozesse aufgefrischt. Ich habe mich vorher politisch nicht engagiert, das Amt als Schulratspräsidentin ist mein erstes. Ich habe mir vorgestellt, dass ich vermehrt mit pädagogischen Themen konfrontiert werde, aber ich kümmere mich vor allem um die Organisation der Schule. Das Amt ist sehr spannend und ich lerne fast täglich etwas Neues dazu. Im vergangenen Jahr habe ich viele engagierte Personen kennen gelernt und gute Erfahrungen mit den Dienststellen des Kantons gemacht.

Sie kannten die Schule in Alt St.Johann bereits zuvor als Mutter von drei Söhnen. Schauen Sie die Schule nun mit anderen Augen an?
Ich war schon vor meinem Amtsantritt sehr positiv der Schule gegenüber eingestellt und fand sie eine gute Schule. Ich hätte dieses Amt nicht angenommen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass gute Leute dahinter stehen, angefangen bei den Lehrpersonen über den Schulleiter bis zur Sekretärin. Heute schaue ich die Schule anders an, weil ich weiss, was man als Schule beachten muss und wie komplex die Organisation dahinter ist.

Rita Elmer, Schulratspräsidentin Wildhaus-Alt St.Johann.
Rita Elmer, Schulratspräsidentin Wildhaus-Alt St.Johann. (Sabine Schmid)
Welche Ziele haben Sie sich beim Amtsantritt gesetzt?
Mein Ziel war es, mich möglichst schnell einzuarbeiten, Informationen zu sammeln und trotzdem nicht dreinzuschiessen. Das ist mir gelungen. Ich habe alle Mitarbeiter kennen gelernt und nach diesem Jahr bin ich voll drin.

Mit der Abstimmung über den Baukredit für den Neubau des Schulhauses in Wildhaus hatten Sie bereits ein wichtiges Geschäft auf der Agenda. Wie haben Sie es erlebt, als politischer Neuling ein solches Projekt zu vertreten?
Die Vorlage wurde weitgehend von meinem Vorgänger aufgegleist. Wir haben vor der Abstimmung eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung organisiert, die leider nicht so gut besucht war. Ich habe immer wieder gehört, dass die Bevölkerung mehrmals solche Projekte abgelehnt hat. Darum war ich sehr erleichtert, dass die Vorlage eindeutig angenommen wurde.

Nun wird gebaut?
Im Spätfrühling geht es los. Ich bin in der Baukommission und wir hatten bereits einige Sitzungen. Als ausgebildete Hochbauzeichnerin finde ich es besonders toll, dass ich da mitarbeiten kann. Wir müssen nun alles für den Bau vorbereiten. Wir werden beispielsweise in den nächsten Wochen die alte Schulküche umbauen für den Mittagstisch, das Gebäude, in dem dieser sich jetzt befindet, wird abgebrochen. Auch der Pavillon muss noch versetzt werden, an seinen Standort kommt das Schulhaus.

In der Gemeinde gibt es drei Schulstandorte. Macht das Ihre Arbeit speziell?
Ja. Unterwasser ist mit dem Kindergarten klein. Wildhaus kenne ich noch ein bisschen weniger, weil meine Kinder in Alt St.Johann zur Schule gehen. Aber unser Ziel ist es, dass die Unterschiede nicht zu gross werden und die Kinder Wildhaus und Alt St.Johann nicht als zwei Schulen wahrnehmen.

Wie schaffen Sie das?
Wir haben mindestens eine Woche im Jahr, die die Schulen gemeinsam gestalten. Am Klangfestival heisst die Projektwoche Klang und Toleranz, an der beide Schulhäuser beteiligt sind. In den Jahren dazwischen gibt es eine Sportwoche, in welcher die Gruppen jeweils durchmischt werden. Es ist ein strategisches Ziel des Schulrates, dass die Kinder Wildhaus-Alt St.Johann als eine Gemeinde wahrnehmen.

Sie nannten die Schule eine «gute Schule». Was macht das aus?
Wir haben mit Stefan Gubler einen sehr engagierten und erfahrenen Schulleiter, der von den Lehrpersonen geschätzt wird, dazu sehr gute Lehrpersonen, die auch bei den Kindern gut ankommen und einen guten Unterricht machen. Die Schulanlagen sind gut unterhalten worden. Auch das Rundherum funktioniert sehr gut, vom Schulbusbetrieb über das Sekretariat und den Mittagstisch bis zur Vermietung der Räumlichkeiten.

Gibt es etwas, was Sie in den kommenden drei Jahren noch verbessern können?
In der letzten Legislatur hat man sich für das Führungsmodell mit einer operativen Geschäftsleitung und einem strategisch führenden Schulrat entschieden. Nun steht uns die Anpassung der Konzepte und Reglemente bevor. Ein weiteres Ziel ist es, in Alt St.Johann einen Mittagstisch im Schulhaus anzubieten. Wir haben im Herbst bei den Eltern eine Umfrage diesbezüglich und bezüglich der schulergänzenden Betreuung durchgeführt. Dort gibt es im Moment keinen Handlungsbedarf, aber wir sehen das Bedürfnis eines Mittagstischs. Anstatt wie bisher in Gastfamilien führen wir ab dem kommenden Schuljahr einen Mittagtisch provisorisch in der alten Schulküche in Alt St.Johann ein. Im nächsten Jahr werden wir entsprechende attraktive Räumlichkeiten bereit stellen.

Sie sind von Amtes wegen im Gemeinderat. Welche Aufgaben betreuen Sie da?
Ich bin verantwortlich für die frühe Förderung und bin Jugendbeauftragte. Dazu sitze ich in der Heimkommission der Alters- und Pflegeheime, was mich sehr interessiert, da ich im Pflegeheim als Pflegefachfrau gearbeitet habe. Die sozialen Themen liegen mir und diese Aufgaben passen zu mir. Der Gemeinderat hat mich sehr gut aufgenommen, ich fühle mich wohl.

Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen?
Wie ich angesprochen habe, steht die Anpassung der Konzepte an. Wichtig sind mir auch die Schulbesuche, die ich in diesem Jahr machen möchte. Dazu kommen wohl auch einige personelle Fragen auf mich zu.
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