LICHTENSTEIG

In der Sprache der Leidenschaft

Es war ein vielfältiges Programm, mit dem die Musikgesellschaft Lichtensteig ihr Publikum verwöhnte. Auch die Jungen bewiesen ihr Können, alleine und mit der Harmonie.
10.01.2018 | 05:22
Peter Jenni

Das kontrastreiche Programm, das die Musikgesellschaft Harmonie Lichtensteig für den späten Sonntagnachmittag in der katholischen Kirche angekündigt hatte, reichte aus, um das Gotteshaus beinahe zu füllen. Die Besucherinnen und Besucher, darunter viele Gesichter von Blasmusikliebhabern aus dem ganzen Tal, dürften gespannt gewesen sein, welches Niveau der vor Jahresfrist gewählte Dirigent Urs Wieland inzwischen mit der Harmonie erreicht hat. Mit seinem vielseitigen Programm bis hin zur heutigen Filmmusik bewies Urs Wieland eindrucksvoll, dass er nicht nur sein Metier beherrscht, sondern auch seine Mitspieler zu begeistern vermag. Etwa so, wie es der Komponist Richard Wagner (1813–1883) einst ausgedrückt hatte: «Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft.» Das Publikum war vom ganzen Konzert begeistert und spendete stets grossen Applaus.

Zum ersten Höhepunkt kam es bereits bei Konzertbeginn, als Urs Wieland den Taktstock zu «Music from StarWars – The Force Awakens» (Das Erwachen der Macht) hob. Dabei handelt es sich um die siebte Episode der Star-Wars-Filmreihe, womit die Handlung von «Die Rückkehr der Jedi-Ritter» von 1983 fortgesetzt wird. Dazu und auch zu den weiteren Titeln hatte Urs Wieland die Kommentare persönlich verfasst, die von verschiedenen Personen vorgetragen wurden.
 

Bis vor Christi Geburt und wieder zurück

So auch zu «The Millennium Song», wo unter anderem die Frage auftaucht, ob es bei der fortschreitenden Technik noch Zeit für Liebliches und Sanftes gibt. Danach drehten Urs Wieland und seine Mitspieler mit «Go Down Moses» das Rad vor die Zeit von Christus zurück, als Moses das Volk der Israeliten aus der Sklaverei des Pharaos von Ägypten rettete. Danach dürften die Musikerinnen und Musiker froh gewesen sein, dass es für sie eine Pause gab, indem Martin Huber, Vizedirigent und Ausbildungsverantwortlicher, das Szepter mit den Jungmusikanten übernahm. Mit den Aufführungen von «Rocky Top» und «Winnie the Pooh» bewiesen er sowie seine drei Mädchen und zwei Knaben, dass die Ausbildung auf bestem Weg ist und zu Hause fleissig geübt wird. Nicht umsonst durfte der Nachwuchs für ein weiteres Stück, geleitet von Martin Huber, in den Reihen der Harmonie Platz nehmen.

«Beauty and the Beast», nun wieder unter der Leitung von Urs Wieland, stammt zwar aus einem Liebes-Fantasy-Musical, ist aber dennoch ein bissiges Stück für Dirigent und Musiker. Der zweite Höhepunkt folgte mit der «New York Overture», womit Kees Vlak seine ersten Eindrücke nach der Landung auf dem Kennedy-Flughafen schildert. Eine anspruchsvolle Komposition für alle auf der Bühne.
 

130 Jahre Aktivmitgliedschaft

Nach dem Hardrock-Klassiker-Medley «Metal» folgte der offizielle Schlusspunkt mit dem «Marsch des Appenzeller Infanterie Regiments 34». Bevor dem Ruf nach einer Zugabe stattgegeben wurde, stellte Urs Wielatt die beiden Musikanten Walter Grob (Euphonium) und Albert Oberholzer (Trompete) vor, die im November an der Kantonal-DV des St. Galler Blasmusikverbandes für 65 Jahre Aktivmitgliedschaft geehrt worden waren. Nach verschiedenen Dankesadressen endete das hochstehende Konzert mit einer Zugabe.

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