LICHTENSTEIG

Dieses Jahr soll es mit der Elternsprechstunde losgehen

Petra Stump legt als Schulpräsidentin von Lichtensteig Wert darauf, dass die Lehrerinnen und Lehrer in Ruhe mit den Kindern arbeiten können. Nach einem Jahr im Amt ist sie froh, dass sie 2016 Ja gesagt hat, als sie angefragt wurde, ob sie kandidiere.
05.01.2018 | 07:26
Martin Knoepfel
Seit ziemlich genau einem Jahr ist Petra Stump Schulpräsidentin und zugleich Gemeinderätin von Lichtensteig. Sie zieht im Gespräch mit dem «Toggenburger Tagblatt» eine erste Bilanz ihrer Tätigkeit.

Petra Stump, welche Ziele haben Sie sich als neue Schulpräsidentin von Lichtensteig vor einem Jahr gestellt?
Ich bin nicht mit vielen Zielsetzungen ins Amt gekommen, sondern wollte mir Zeit lassen, den Betrieb kennenzulernen. Die Schulleiterin ist ja auch neu, sie hat ihre Tätigkeit zwei Monate vor mir begonnen. Mein Anliegen war, dass die Lehrer mit den Kindern in Ruhe arbeiten können. Das habe ich erreicht.

Welche Aufgaben haben Sie schon verwirklichen können?
Vom Kanton vorgegeben waren die Einführung des Lehrplans Volksschule und die Umsetzung des Personalpools. In beiden Bereichen ist der Einstieg gut gelungen. Das Lehrerteam hat sich natürlich schon länger mit der Umsetzung des Lehrplans Volksschule befasst. Der Personalpool ist ein sehr gutes Instrument. Wir haben auch schon dem Kanton erste Daten für statistische Zwecke liefern müssen und positive Rückmeldungen erhalten.

Entsprechen die Tätigkeiten als Schulpräsidentin und als Gemeinderätin Ihren Erwartungen?
Ich nehme die Dinge eher, wie sie kommen. Ich komme ja von der Musikschule her, die weniger Vorschriften des übergeordneten Rechts kennt als die Volksschule. Ich war deshalb erstaunt, wie viele Dinge in der Volksschule vom Kanton vorgegeben sind. Der Spielraum einer Schulpräsidentin ist nicht immens gross.

Wo liegen heute die dringendsten Pendenzen der Schule Lichtensteig?
Bei der Öffentlichkeits- und bei der Elternarbeit sollten wir noch aufholen. In der Vergangenheit wurde viel Gutes erarbeitet. Wir sollten vermehrt nach aussen tragen, was wir tun. Die Elternmitwirkung funktioniert gut, und sie ist auch ein Zeichen der Wertschätzung von den Eltern. Ich habe zudem vor, dieses Jahr eine Elternsprechstunde einzuführen. Es ist ein Versuch, ich schaue mal, ob der Bedarf vorhanden ist.

Wo liegen die Stärken und die Schwächen der Schule Lichtensteig?
Wie gesagt, bei der Kommunikation können wir noch aufholen. Die Stärke der Schule Lichtensteig ist ein gutes und stabiles Team. Viele Eltern sind auch bereit, im Hintergrund mitzuhelfen. Die Schulleitung ist gut besetzt, und in der Schule herrscht ein gutes Klima, auch zwischen den Kindern. Ich merke das, wenn ich im Schulhaus aufhalte.

Machen Sie als Schulpräsidentin Schulbesuche?
Ja, ich habe bei allen Lehrerinnen und Lehrern mindestens einmal einen Schulbesuch gemacht. Schulbesuche sind sehr wichtig. Sie sind ein Zeichen der Wertschätzung. Und in meiner Aufgabe als Mutter habe ich natürlich ebenfalls Klassen besucht.

Sie sind ja auch Gemeinderätin. Welche Bilanz ziehen Sie da nach einem Jahr?
Gemeinderat zu sein, ist eine grosse Herausforderung. Mein Schwerpunkt ist die Bildung. Es braucht Zeit und eine gute Einführung, um sich in die anderen Geschäfte einzuarbeiten. Aber das macht mir Spass, es ist keine Belastung.

Haben Sie das Schulbudget im Gemeinderat rechtfertigen müssen?
Die Budgetplanung der Schule ist abgeschlossen, aber die Budgetsitzung des Gemeinderats ist erst im Januar. Es wird sicher Diskussionen geben, aber wir werden sicher eine Lösung finden. Das Budget bereitet mir keine schlaflosen Nächte. Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und der Schule funktioniert in Lichtensteig sehr gut.

Welche Ziele setzen Sie sich für das laufende Jahr
Die Finanzen werden sicher ein Thema sein, ebenso die Klassenplanung. Die ist in Lichtensteig schwierig, da wir bei der Schülerzahl grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Jahrgängen haben. Dann muss das Sonderpädagogikkonzept bis zum Sommer fertig sein, damit der Kanton dieses genehmigen kann. Beim Informatikkonzept geht es um eine Überarbeitung. Weiter sind wir daran, die Schulordnung und das Qualitätskonzept zu überarbeiten. Uns stehen also verschiedene Aufgaben bevor, die alle viel Zeit beanspruchen, die aber Hintergrundarbeiten sind.

Bedauern Sie die Kandidatur als Schulpräsidentin im Rückblick, oder sind Sie froh, dass sie angetreten sind?
Ich habe die Kandidatur nicht bereut. Das Amt der Schulpräsidentin ist sehr zeitintensiv, aber ich bin froh, dass ich 2016 die Anfrage, ob ich kandidieren wolle, mit Ja beantwortet habe. Ich tue es, damit die Kinder in eine gute Schule gehen können.

Sie haben 2016 als Parteilose kandidiert. Bleiben Sie das?
Ja, ich bleibe parteilos.
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