"BURGLIND"

«Einsatz unserer Mitarbeiter bis spät in die Nacht hinein»

Am vergangenen Mittwoch fegte das Sturmtief "Burglind" über das Toggenburg und beschädigte den Skilift Gamserrugg. Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus AG, erklärt, wie der Skilift repariert wurde.
09.01.2018 | 05:19
Sabine Schmid
Am vergangenen Mittwoch fegte das Sturmtief "Burglind" mit Windstössen in Orkanstärke über das Toggenburg. Nebst zahlreichen umgeknickten Bäumen und abgedeckten Dächern beschädigte der Wind den Skilift Gamserrugg. Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus AG, erklärt, was gemacht werden musste, um den Skilift wieder zu reparieren.

Urs Gantenbein, seit wann ist der Skilift Gamserrugg wieder in Betrieb?
Wir konnten den Skilift am Sonntagmorgen rechtzeitig zum Betriebsstart wieder starten. Das war nur möglich dank einem sehr grossen Einsatz unserer Mitarbeiter bis spät in die Nacht hinein.

Was war nötig, um ihn zu reparieren?
Der starke Wind – auf der Gams-alp, die 300 Meter tiefer gelegen ist, wurden Böen von bis zu 180 km/h gemessen – hat das Seil bergseitig mitsamt den Bügeln und Gehängen aus den Rollen gehoben und bis zu 30 Meter von den Masten weggefegt. Unsere Mitarbeiter mussten zuerst alle 126 Bügel und Gehänge entfernen und das Seil wieder einhängen. Dieses wurde am Samstag von einem Profi auf Schäden überprüft. In der Nacht zum Sonntag mussten die Gehänge wieder montiert und ausgerichtet werden. Es waren bis zu 15 Personen, von der eigenen Equipe und von der Firma Inauen-Schätti AG, beschäftigt.

Können Sie bereits die Kosten abschätzen? Wird dies durch eine Versicherung gedeckt?
Die Kosten müssen zuerst zusammengetragen werden. Sie sind durch die Versicherung abgedeckt.

Hatten Sie bezüglich der Betriebseinstellung des Skilifts Gamserrugg Rückmeldungen von den Gästen?
Ja, durchwegs positive. Wir rechneten erst mit einem Ausfall bis Montag. Die Gäste waren erstaunt und froh, dass der Lift am Sonntag bereits wieder gefahren ist. Dies insbesonders, weil in Wildhaus das Famigros-Familienskirennen durchgeführt wurde.

Kann man als Skiliftbetreiber etwas präventiv tun?
Gerade bei Orkanen mit solchen Windstärken kann ein solcher Schaden immer wieder passieren. Wir könnten als einziges das Seil an gewissen Masten festzurren, dann würden wir aber einen weitaus grösseren Schaden riskieren, denn bei einem orkanartigen Sturm würde das Seil dann nicht mehr ausgehoben, sondern die Masten könnten verbiegen oder sogar abknicken. Und dann wäre die Saison für diese Anlage gelaufen. In der langen Geschichte des Skilifts ist es meines Wissens auch erst zweimal passiert, dass der Skilift beschädigt war, nämlich beim Sturm Lothar 1999 und jetzt beim Sturm Burglind.

Nach dem Sturm kam der Regen und der Föhn, welche Bilanz ziehen Sie von "Burglind"?
Wir sind relativ glimpflich davon gekommen, denn auf der ­Wildhauser Sonnenseite sind in den Wäldern grosse Schäden ­entstanden. Unsere defekte Anlage ist bereits geflickt. Der ­Regen und der Föhn haben viel Schnee genommen, aufgrund der grossen Schneemenge zuvor sieht es aber derzeit nach wie vor gut aus auf unseren Pisten.
 
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