BISCHOFSZELL

Verkauf des Bürgerhofs ist keine Option

Der Stadtrat befasst sich mit der Frage, wie der Bürgerhof aktuelle und künftige Herausforderungen am besten meistern kann. Dem Kaufangebot einer Ostschweizer Firma hat er eine Absage erteilt.
12.01.2018 | 05:18
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Das Alters- und Pflegeheim Bürgerhof ist weiterhin ein Objekt der Begierde. Wie Stadtpräsident Thomas Weingart bestätigt, hat ein Unternehmen aus der Ostschweiz Interesse bekundet und für die Übernahme 3,3 Millionen Franken geboten. Für den Stadtrat sei ein solches Geschäft aber kein Thema gewesen, betont Weingart: «Die Gemeindeversammlung hat entschieden, dass das Gebäude im Besitz der Stadt bleiben soll.» Diesen Entscheid gelte es zu respektieren. Zudem sei das jüngste Kaufangebot nur unwesentlich besser gewesen als jenes, das der Souverän im Vorjahr abgelehnt habe. Der Stadtpräsident sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass ein signifikant höherer Verkaufspreis schlichtweg unrealistisch ist.

Die von den Stimmbürgern vorgenommene Weichenstellung nimmt den Stadtrat in die Pflicht. Die Behörde muss sich in einem ersten Schritt bis 2019 Gedanken über mögliche Betriebsoptimierungen machen und Lösungsvorschläge unterbreiten. Zur Erstellung der notwendigen Analyse wird laut Weingart eine externe fachliche Begleitung beigezogen. Der Stadtpräsident versichert, dass man das Heim unter den veränderten Vorzeichen nicht sich selber überlassen werde. Vielmehr müsse es ein Bestreben sein, diese Einrichtung für die Zukunft fit zu machen.

Weingart schliesst nicht aus, dass sich mittel- bis langfristig weitere Optionen als prüfenswert erweisen könnten. Als Beispiele nennt er die Vermietung des Betriebs, eine Anpassung des Konzepts, die Zusammenarbeit mit Dritten, die Verselbstständigung und die Vergabe des Gebäudes im Baurecht. Hinsichtlich einer Kooperation mit anderen Heimen bezeichnet der Stadtpräsident die räumliche Nähe jedoch als Grundvoraussetzung. Primäres Ziel aller Bemühungen müsse es in jedem Fall sein, «mit betrieblichen Optimierungen auf einen grünen Zweig zu kommen».

Liegenschaft mit hohem Investitionsbedarf

Der Stadt wird es in nächster Zeit nicht erspart bleiben, hohe Summen zu investieren. Bereits für heuer sind 180000 Franken budgetiert. Unter anderem sollen die Fussböden saniert sowie die Geländer und Beleuchtungen den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Die gemäss Finanzplan für 2021 vorgesehene Aussensanierung des Gebäudes wird voraussichtlich mit 450000 Franken zu Buche schlagen.

Aber nicht nur der finanzielle Aspekt bereitet Kopfzerbrechen. Laut Weingart gestaltet sich auch die Suche nach Fachpersonal als schwierig. Der Anteil des diplomierten Pflegepersonals müsste 40 Prozent betragen. Diese gesetzliche Vorgabe vermag der Bürgerhof knapp nicht zu erfüllen. Weingarts Erklärung dafür: «Die Verdienstmöglichkeiten in anderen Kantonen sind besser.»

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