TOTE LEITUNG

Swisscom-Panne betraf tausende Geschäftskunden in der ganzen Schweiz

Von Anfang bis Mitte Woche blieb das Telefon in zahlreichen Büros stumm. Unter der Störung litten tausende Swisscom-Geschäftskunden in der ganzen Schweiz. Das Problem ist mittlerweile behoben, doch der Märstetter Gemeindepräsident nervt sich noch immer über die Informationspolitik des Kommunikationsanbieters.
12.01.2018 | 15:42
Johannes Wey
Fast drei Tage lang kämpften Geschäftskunden der Swisscom mit Störungen in der Telefonie. Der Ärger, beispielsweise bei der Thurgauer Stedy Gwürz AG, war gross: Er sei "ausser sich", sagte Geschäftsleiter Valentin Stettler: "Es kann doch nicht sein, dass eines der grössten Schweizer Unternehmen solche Ausfälle hat, und diese nicht einmal richtig kommuniziert!"

Auch auf der Märstetter Gemeindeverwaltung blieben die Telefone weitgehend stumm. Und auch Gemeindepräsident Jürg Schumacher fand insbesondere die Information dürftig: "Es ist eine himmeltraurige Unternehmenskommunikation von der Swisscom."

Swisscom: "Wir haben sehr breit informiert"

Seit Mittwochnachmittag ist die Störung behoben, sagt Swisscom-Sprecherin Annina Merk. Es habe sich um einen Softwarefehler gehandelt, der durch ein Update habe behoben werden können. Betroffen waren Kunden der Dienstleistungen "Smart Business Connect" und "Managed Business Communication." Man habe rund um die Uhr mit Hochdruck an der Lösung gearbeitet. Bei Swisscom gehe man von einigen Tausend betroffenen Geschäftskunden aus, die genaue Zahl kenne man aber nicht.

Kritik an der Kommunikation weist Merk zurück: "Wir haben die Kunden sehr breit informiert." Die Informationen seien laufend über die Unternehmenswebseite, die Sozialen Medien, SMS-Newsletter, App und Hotline verbreitet worden. Zu einem späteren Zeitpunkt hätten zudem alle Kunden ein E-Mail erhalten. "Eine zielgerichtete Kundenkommunikation war leider nicht möglich, da wir aufgrund des Störungsbildes nicht wussten, welche Kunden tatsächlich von der Störung betroffen waren.

Der Märstetter Gemeindepräsident Jürg Schumacher bleibt bei seinem Urteil: "Jeder anständige Konzern würde in solch einem Fall innert Minuten auf der Webseite an prominenter Stelle eine grössere Mitteilung mit Begründung publizieren." Die Informationen der Swisscom hätten sich lange auf wenige Zeilen zur Störung beschränkt. "Das mein Telefon nicht funktionierte, wusste ich selber", sagt Schumacher. Auch eine Medienmitteilung wurde nicht publiziert - obwohl bei den betroffenen Unternehmen sicherlich auch wirtschaftlicher Schaden entstanden sei.
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