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Die Appenzeller Bahnen rüsten sich für die neuen Züge

Die Werkstatt der Appenzeller Bahnen ist bereit für die neuen Tango-Züge der Firma Stadler Rail. Deren Länge und Gewicht machten den Umbau des Gebäudes nötig.
13.01.2018 | 05:19
Simon Roth

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Die Appenzeller Bahnen (AB) sind dem Ziel ihres Grossprojekts «Modernisierung» einen Schritt nähergekommen. Das 90-Millionen-Projekt verbindet die beiden getrennten Linien St.Gallen–Trogen und St.Gallen–Appenzell. Auf der durchgehenden Strecke sollen künftig Züge desselben Modells verkehren. Aus diesem Anlass kaufen die AB elf Fahrzeuge des Typs Tango der Firma Stadler Rail. Die bisherigen fünf Züge der Linie St.Gallen–Trogen übernimmt ein Neuenburger Transportunternehmen.

Mit 52 Metern übertreffen die Tango-Züge die bisherigen Züge um 14 Meter. Zudem haben sie ein höheres Gewicht. In der Werkstatt Speicher mussten deshalb die Arbeitsgruben verlängert, die Schienen erneuert, sowie der Dacharbeitsstand angepasst werden. Der Umbau wurde im vergangenen Mai begonnen und diesen Monat abgeschlossen. Das Budget von 3,1 Millionen Franken wurde eingehalten.
 

Neu können zwei Fahrzeuge gleichzeitig gewartet werden

Im mehrphasigen Umbau wurde insbesondere auch die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter verbessert. Vom angepassten Dacharbeitsstand können zudem neu zwei Fahrzeuge gleichzeitig gewartet werden. Ausserdem sind zum Schutz der neuen Züge Brandmeldeanlagen installiert worden. Thomas Baumgartner, Direktor der Appenzeller Bahnen, zeigte Mitarbeitern und Interessierten bei einem Apéro am Donnerstag die umgebaute Halle. In seiner Eröffnungsrede blickte er zu den Anfängen der Werkstatt im Jahr 1903 zurück. Dabei fiel ihm auf, dass das Gebäude in den über hundert Jahren schon einige Anpassungen erfahren hat. «Früher hatte man das Depot aber schon bevor die neuen Züge kamen, heute ist das umgekehrt», sagte Baumgartner scherzhaft mit Blick auf das noch in Appenzell zu erstellende Servicezentrum.

Mit der künftig durchgehenden Linie sowie den neuen Fahrzeugen werden auch die Werkstätten neu organisiert. In Speicher werden die Züge gewartet sowie kleinere Reparaturen durchgeführt. Das geplante Servicezentrum in Appenzell leistet umfangreiche Instandsetzungs- und Revisionsarbeiten. Bis es soweit ist, werden diese Arbeiten in der Werkstatt in Gais ausgeführt. «Das Konzept mit zwei Unterhaltsstandorten funktioniert, weil wir so eine hohe Verfügbarkeit bei geringem Fahrzeugstand gewährleisten können», sagt Baumgartner. Der Umbau der Werkstatt Speicher bedeute den Schritt in ein neues Zeitalter.
 

Speicher ist froh, dass Standort erhalten bleibt

Dem Eröffnungsanlass wohnte auch Peter Langenauer, Gemeindepräsident von Speicher, bei. Er betonte in seiner Rede die Verbundenheit seiner Gemeinde mit der Bahn. «Wir sind froh, dass das Gebäude zukunftstauglich umgebaut wurde.» Nur mit dem Namen hätte man noch etwas Mühe. «Bei uns ist es halt immer noch das Trogenerbähnli.»

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