UNKOMMOD

Energiesparen ohne Klima-Brimborium

14.01.2018 | 05:17
Valentin Landmann

Für alles muss der Klimawandel herhalten. Entstehen Stürme, ist selbstverständlich der Klimawandel schuld und damit der Mensch, der ihn verursacht hat, ebenso für alle anderen Katastrophen, die denkbar sind. Die Diskussion, ob der Mensch zu einer Klimaveränderung beiträgt oder nicht, wird nicht mehr mit wissenschaftlichen Tatsachen, sondern hauptsächlich als Kampf der Ideologien geführt. Das zeigt sich daran, dass der grosse Aufschrei über den Klimawandel sogar bei Wetterphänomenen und anderem auftritt, wo sogar die Wissenschafter des Weltklimarates einen wesentlichen Zusammenhang nicht sehen.

Ob nun diese oder jene Veränderungen durch den Klimawandel bedingt sind, ob alle Naturkatastrophen menschengeschaffen sind oder nicht – unabhängig davon ist doch Folgendes sehr einfach und ohne Rückgriff auf weltbewegende Theorien festzustellen: Die Ressourcen der Welt an fossilen Brennstoffen sind beschränkt. Sie sind zwar erheblich grösser als man es noch vor 20 bis 30 Jahren angenommen hat, aber es ist absehbar, dass sie in einigen Jahrzehnten massiv verknappen und schliesslich praktisch zu Ende gehen. Wenn die Menschen so sorglos wie bisher damit umgehen, beschleunigen sie die Verknappung enorm. Die Folge davon kann man sich nur noch in Science-Fiction-Horrorvisionen ausmalen. Kriege um die letzten Ressourcen sind denkbar. Hunger und Katastrophen für die Menschen, wenn schliesslich praktisch nichts mehr in der Wirtschaft funktioniert. Atomkraft stellt zwar eine CO2-freie Energiequelle dar, ist aber unabhängig von ihren ganzen Problemen und der politischen Ächtung auch an fossile Träger gebunden: Uran ist nicht endlos verfügbar.

Ist das alles nicht für sich allein schon Grund genug, mit fossilen Energieträgern pfleglich, sorgsam und sparsam umzugehen? Nehmen wir noch dazu, dass wir in unseren Städten atmen wollen. Auch das ist ein Grund, nicht beliebig auf Kosten unserer Umwelt mit fossilen Energieträgern verschwenderisch umzugehen.

Sparsam sein ist doch eigentlich eine Grundtugend, gerade von uns Schweizern. Natürlich ist unser Beitrag weltweit gesehen klein. Aber es wäre richtig, sich einmal zu überlegen, dass wir auch ohne die ganze Diskussion um den Klimawandel sinnvollerweise Energie sparen. Das muss weder kultur- oder wirtschaftsmasochistisch noch ideologisch betont sein, sondern einfach simpel und rational. Die simple Erkenntnis, dass man mit endlichen Ressourcen sorgsam umgehen soll, droht in der Politik völlig in Vergessenheit zu gehen. Zwar entsteht vieles, was auch unter dem Gesichtspunkt des sorgsamen Umgangs sinnvoll ist, z. B. energieeffizientere Autos, bessere Hausisolationen etc. Aber immer muss in der Politik und bei der Gesetzgebung dafür die Ideologie des Klimawandels herhalten. Es ginge einfacher. Es ginge fassbarer. Es ginge nachvollziehbarer und überzeugender, ohne dieses ganze Brimborium. Die Klarheit und Greifbarkeit hat einen zusätzlichen Vorteil: Es fällt dem einzelnen leichter sorgsam zu handeln, wenn er sich dabei nicht mit undurchsichtigen und umstrittenen Theorien auseinandersetzen muss.

Valentin Landmann

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